Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
240
Einzelbild herunterladen
 

cm Theil seines ölten Stolzes erwachte bei der kecken Rüge;entfernet Euch, Herr, und kommt nie wieder bis Ihr hieherberufeil werdet."-

Ick boffe, dies wird alsbald geschehen, wenn Euer Gna-den de» uachläßigen Anzug abgelegt hat und gerüstet ist,Eure Lchensleute und Vasallen so zu empfangen, wie es sichfür Euch Uiid sie schickt," erwiederte der Graf ruhig.

Wie meint Ihr das, Herr Graf? Ihr seid unhöflich."

Wenn ich es bin, gnädiger Herr, so haben mich die Um-stände die Lebensart vergessen lassen. Ich kann über gefalleneGröße trauern; aber ich kann den nicht ehren, der sich selberdadurch entehrt, daß er sich wie ein armseliger Knabe unterden Streichen des Mißgeschicks krümmt."

Und wer bin ich denn, daß Ihr mich so behandelt?"rief Karl und fuhr auf in aller angeborenen Wildheit, mitdem alten Stolz;oder was seid Ihr anders als ein elenderFlüchtling, daß Ihr Euch mit solch beleidigenden Aeußerungenin meine Einsamkeit eindränget?"

Was mich betrifft," versetzte Orfvrd, so bin ich, wie Ihrsagt, ein unbeachteter Flüchtling; auch schäme ich mich dessennicht, da mich unerschüttcrte Treue gegen meinen Fürsten undseine Nachfolger dazu gemacht hat- Aber kann ich den Her-zog von Burgund in einem mürrischen Einsiedler wieder er-kennen, dessen Macke ein unordentlicher Soldatenhanfe undblos ihren Freunden furchtbar ist, Lessen Räthe in Verwir-rung sind, weil ihnen ihr Fürst fehlt. Und er selbst verbirgtsich wie ein verwundeter Wolf in seiner Höhle, in einem ab-gelegenen Schlosse, das blos auf den Klang des SchweizerHorns wartet, um die Thore zu öffnen, zu deren Vertheidi-gung Niemand vorhanden ist. Er trägt kein ritterlichesSchwert, um sich selbst zu schützen und kann nicht sterben,