unterstützt durch den verfluchten Adrian von Bubenberg, deraus der belagerten Stadt einen Ausfall machte, so daß un-sere Verschanzungen von zwei Seiten zugleich gestürmt wur-den. — Ich habe noch viel zu erzählen, aber ich bin Tag undNacht geritten, um Euch diese schlimmen Zeitungen zu brin-ge», meine Zunge klebt mir am Gaumen und ich fühle, daßich nickt mehr zu reden vermag. Es gab jetzt nur noch Fluchtund Gemetzel und Schimpf für jeden Soldaten, der dabei be-tkeiligt war. Ich meines Theils bekenne mein tolles Ver-trauen zu mir selbst, meinen Uebermukh gegen die Menschenund meine Lästerung gegen den Himmel. Wenn ich lebenbleibe, so geschieht es blos um mein schmachbedecktes Hauptin einer Mönchskappe zu verbergen und die vielen Sündeneines ausschweifenden Lebens abzubüßen."
Nur mit Mühe konnte der geistig gebrochene Kriegerdazu vermocht werden, etwas zu genießen, auszuruhen undeinen Schlaftrunk einzunehmen, den der Leibarzt des KönigsRene vorschrieb und als nothwendig anempfahl, um den Lei-denden bei Verstand zu erhalten. So sehr hatten ihn dieEreignisse der Schlacht und die darauf folgende Anstrengungmitgenommen.
Der Graf von Orford verabschiedete alle Fremden, undwachte abwechselungswcise mit seinem Sohn am Bette Col-vin's. Trotz des Tranks, der ihm gereicht worden, genoß erdoch keines ruhigen Schlafs. Sein plötzliches Zusammenfahren,der Schweiß, der ihm auf der Stirne stand, die Verzerrun-gen seiner Züge, die Art, wie er die Fäuste ballte und seineGlieder herumwarf, bewiesen, daß er in seinen Träumennoch immer die Schrecknisse eines verzweifelten und blutigenKampfes durchlebte. Dies dauerte mehre Stunden fort; abergegen Mittag siegten die Müdigkeit und das Arzneimittel