Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
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Die Staatsklugheit und Weisheit des englischen Grafen,der fast allein mit der ganzen Besorgung dieses geheimen undkitzeligen Geschäfts betraut wurde, brachte dem guten KönigRen«; den größten Vortheil; er ward von persönlichen undGeldverdrießlichkeiten befreit und in den Stand gesetzt, pfei-fend und trommelnd zu Grabe zu gehen. Ludwig ermangeltenicht, sich dem Bevollmächtigten geneigt zu machen, indem erihm in der Ferne auf Unterstützung der lancastrischen Partheibei einem Unternehmen auf England hoffen ließ. Man tratdarüber in eine Unterhandlung, die aber nicht viel Aussicht aufErfolg versprach und sehr langsam von Statten ging. DieseGeschäfte machten im Frühling und Sommer 1476 für Oxfordund seinen Sohn zwei Reisen nach Paris nothwendig, undnahmen sie in Anspruch, bis das Jahr halb vorüber war.

Unterdessen wurden die Kriege zwischen dem Herzog vonBurgund und den Schweizer Cantonen nebst dem GrafenFerrand von Lothringen mit derselben Wuth sortgeführt. Vorder Mitte des Sommers 1476 hatte Karl eine neue Armeevon wenigstens sechzigtansend Mann, unterstützt von hundertund fünfzig Stücken Geschütz zusammengezogen, um in dieSchweiz einzufallen. Die kriegerische» Bergbewohner brach-ten leicht ein Heer von dreißigtausend Schweizern auf dieBeine, die jetzt fast für unüberwindlich galten. Ueberdiesforderten sie ihre Verbündeten, die freien Städte am Rhein,auf, ihnen mit einem tüchtigen Haufen Reiterei zu Hilfe zueilen. Die ersten Anstrengungen Karls waren mit Glück ge-krönt. Er bemächtigte sich des Waadtlandes und erobertedie meisten Plätze wieder, welche er nach der Niederlage beiGranson verloren. Aber statt sich eine wohl vertheidigteGränze zu sichern, oder, was noch klüger gewesen wäre, mitseinen furchtbaren Nachbarn auf billige Bedingungen Frieden