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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
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nicht ohne Fehler, doch immer mit kühner und entschlossenerHand das Scepler getragen hatte.

Der letzte Ton des feierlichen Trauergesangs war ver-klungen und die meisten der Leichenbegleiter hatten sich ent-fernt, als Vater und Sohn noch immer in trauervvllemSchweigen neben den Ueberresten ihrer Fürstin verweilten.Zuletzt kamen die Geistlichen und gaben zu verstehen, Laß sieim Begriff ständen, das letzte Geschäft zu vollziehen und denLeichnam, den ein so stolzer und rastloser Geist bewohnt undbeseelt, dem Staube, der Dunkelheit und Stille der Gruftzu übergeben, in welcher die längst hingegangenen Grafenvon Provence ihre Verwesung erwarteten. Sechs Priesterhoben Len Sarg auf die Schultern und andere trugen großeWachslichter vor und hinter dem Leichnam her, als sie ihneine besondere Treppe hinunterschafften, die sich auf dem Bo-den der Kircbe öffnete und den Zugang zu dem Gewölbebildete. Die letzten Laute des Grabgesangs, zu welchem sichdie Geistlichen vereinigt, hatten sich in dem hohen mit erha-bener Arbeit geschmückten Bogen der Kirche verloren, derletzte Lichtstrahl, der aus der Oeffnung der Gruft heraufkam,war verschwunden, da faßte der Graf von Oxford seinen Sohnam Arm und führte ihn schweigend in einen kleinen einsamenHof hinter dem Gebäude. Hier waren sie allein. EinigeMinuten lang schwiegen sie, denn beide, und besonders derVater, waren tief ergriffen. Endlich sprach der Graf.

Das also ist ihr Ende," sagte er.Hier königliche Frau,zerfallen mit deinem Tode alle Plane, die wir entworfen undan deren Ausführung wir unser Leben gesetzt! Das ent-schlossene Herz, der staatskluge Kopf ist dahin; und was nütztes, daß die Glieder der Unternehmung noch Bewegung undLeben in sich tragen? Ach, Margarethe von Anjou! möge