Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
213
Einzelbild herunterladen
 

paßte, als die ländliche Tracht des Grafen, sonst SigmundBiedermann.

Eine Zeitlang gefällt alles Nene, was man unrer dieLeute bringt, wenn es sich auch durch sonst nichts empfiehlt.Man kannte die Schweizer außer ihrer Heimath nur wenig,sprach aber viel von ihnen, und es galt für eine Empfehlung,diesem Lande anzugehören. Sigmund's Betragen war plump;eine Mischung von Unbeholfenheit und Rohheit nannte manhur Freüuuth während des Augenblicks, in welchem er inGunst stand. Er sprach schlecht französisch und noch schlechteritalienischdas verlieh Allem, was er sagte, Naivekät. SeineGlieder waren zu groß, um zierlich zu sein; sein Tanz, dennGraf Sigmund ermangelte nicht zu tanzen, glich dem Hüpfenund Spring,» eines jungen Elephanke»; aber selbst die schwarz-äugige Gräfin, in deren. Gunst Arthur am vergangenen Abendeinige Fortschritte gemacht, zog solches den schönen Verhält-nissen und anmuthigen Bewegungen des jungen Engländersvor. So wurde Arthur in Schatten gestellt und erfuhr die-selbe Empfindung, welche später in Herrn Pepy's aufsticg,da er seinen Camelvtt-Mantel zerriß, der Schaden war nichtgroß aber unangenehm.

Dessenungeachtet verging der Abend nicht, ohne ihn eini-germaßen zu rächen. Es gibt Kunstwerke, deren Mängelmau nicht steht, bis man sie ungeschickterweise in ein zu starkesLicht stellt, und daS war der Fall mit Sigmund, dem Ein-fältigen. Die launenhaften Provencalen fanden mit ihremlebhaften Geiste bald heraus, wie langsam er begriff und wieäußerst gutmüthig er war und belustigten stch auf seine Kostenmit spöttischen Artigkeiten und wohl verhüllten Scherzen.Wahrscheinlich wären sie hierin mit weniger Zartheit zu Werkegegangen, hätte der Schweizer nicht seine nie fehlende Helle-