sagen, falls Gott ihm »erstattet hätte, die Provence wohlbe-halten zu erreichen?"
„Eduard," antwortete Margarethe und weinte bei'mSprechen, „war unfähig zu wünschen, seine Freunde solltensich in einen Streit einlaffen, bei dem kein günstiger Erfolgzu hoffen stand. Auch war sein Handel von der Art, daßMächtige Fürsten und Barone die Lanzen dafür einlegten."
„Doch hat sie der Himmel nicht gesegnet," sagte Vaude-mont.
„Die Eure wird blos von deutschen Raubrittern unter-stützt, von den aufgeblasenen Bürgern in den Städten amRhein und von den elenden, bäurischen Eidgenossen in denCantonen."
„Aber der Himmel hat sie gesegnet," versetzte Vaudemont.„Wißt, stolze Frau, daß ich komme, zwischen Cure verräthe-rischen Ränke zu treten; nicht als niedriger Abentheurer, derden Krieg mehr mit List, als Gewalt führt, sondern als Sie-ger von einem blutigen Schlachtfelds, auf welchem der Him-mel den Stolz des Tyrannen von Burgund gedemüthigt hat."
„Das ist falsch!" sagte die Königin zitternd. „Ich glaubees nicht."
„Es ist wahr," entgegnete Vaudemont, „so wahr als derHimmel über uns ist. — Es sind jetzt vier Tage, daß ich dasFeld von Granson verließ, wo die burgundischen Soldner inHaufen liegen — sein Reichthum, seine Juwelen, sein Sil-bergeschirr, seine prächtigen Schmucksachen sind die Beute derarmen Schweizer geworden, die kaum den Werth derselben zubestimmen vermögen. Kennt Ihr das, Königin Margarethe?"fuhr der junge Krieger fort und zeigte das wohlbekannteKleinod, welches des Herzogs Orden vom goldnen Vließ ge-