Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
186
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Es ist grausam, mich so zu qualm," sagte der arme Kö-nig.Was kann ich machen? Wenn ich arm bin, so binich nicht Schuko daran. Gewiß würde ich die Schulden zah-len, von denen du sprichst, wenn ich wüßte, wie ich es machensollte."

Königlicher Vater, ich will Euch das sagen. Verzich-tet auf eine leere und unnütze Würde, die durch die Anforde-rungen, mit welchen sie verbunden ist, nur dazu dient, EuerElend lächerlich zu machen. Entsaget Euren Rechten alsFürst und die Einkünfte, welche für die gehaltlosen Ausschwei-fungen eines Hofs voll Bettler nicht ausreichen, werden Euchin Stand setzen, als einfacher Edelmann in Ruhe und Wohl-stand alle Vergnügungen zu genießen, die Euch Freudemacken."

Margarethe, du sprichst thorichteS Zeug," antworteteRenö mit einem Ernst.Ein König und sein Volk sind miteinander durch Bande verknüpft, welche keines von beidenohne Würde lösen kann. Meine Unterthane» sind meineHeerde und ich bin ihr Hirte; der Himmel hat sie meinerLeitung vertraut und ich wage nicht, der Pflicht mich zu ent-schlagen, die mir gebietet, sie zu schätzen."

Wäret Ihr im Stande, das zu thun," erwiederte Mar-garethe,so würde ich Euch bitten, bis zum Tode dafür zukämpfen. Aber ziehet den lange nickt gebrauchten Harnischan besteigt Euer Kriegsroß ruft Renö und Provence!und seht zu, ob sich hundert Männer um Eure Fahne sam-meln. Eure Festen sind in den Händen von Fremden; Ihrhabt kein Heer; Eure Vasallen mögen guten Willen besitzen,aber es fehlt ihnen an aller kriegerischen Erfahrung und anUebung im Felde. Ihr behauptet nichts mehr als das bloßeGerippe eines Staats, welchen Frankreich oder Burgund nie-