luch unter dem Arm durch den Saal von Fenster zu Fensterund ermüdete Jedermann mit Fragen, ob nichts von derKönigin von England zu sehen wäre. Gerade in dem Augen-blick, da die Glocken zwölf Uhr schlugen, ritt die Königinmit einem sehr kleinen Gefolge, meistens aus Engländernbestehend, in Morgengewändcrn, wie sie selbst, in der StadtAir ein. König Rens versäumte nicht, an der Spitze seinesHofs von seinem stattlichen Palast herunter bis an's Endeder Straße seiner Tochter entgegenzugehen. Stolz, hochmüthigund besorgt, sich lächerlich zu machen, war Margarethe kei-neswegs erfreut über diese öffentliche Begrüßung auf demMarktplatz. Aber sie wünschte in diesem Augenblick ihreneuliche Unart gut zu machen, und stieg darum ab von ihremZelter. Sie stieß sich zwar etwas daran, daß sie Rens miteinem Tellertuch daherkommen sah, dennoch erniedrigte siesich so weit, daß sie ein Knie vor ihm beugte, und ihn umseinen Segen und seine Verzeihung bat.
„Du hast — du hast meinen Segen, meine leidendeTaube!" sprach der schlichte König zu der stolzesten und un-geduldigsten Fürstin, die je eine verlorene Krone beweinte.„Und wie kannst du um Verzeihung bitten, da du mich niebeleidigt, seit mich Gott zum Vater eines so trefflichen Kin-des gemacht? — Steh' auf, sag' ich, steh' auf — an mir istes, dich um Verzeihung zu bitten. — Wahrhaftig, ich sagtein meiner Unwissenheit und dachte bei mir selbst, mein Herzhabe mir etwas Glückliches eingegeben, aber es ist dir unan-genehm gewesen. Also ist es an mir, deine Vergebung nach-zusuchen." — Und nieder sank der gute König Rens aufbeide Knie; und das Volk, welches gewöhnlich von Allemangezogen wird, was etwas Auffallendes an sich hat, gablärmend seinen Beifall zu erkennen. Einige unterdrückten