„Aber wen wollt Ihr dazu verwenden, um diese wichti-gen Urkunden zu fertigen?" fragte der junge Mann.
Margarethe besann sich, ehe sie erwiederte, — „der VaterGuardian ist gefällig und ich halte ihn für treu, aber ich werdeimmer nur mit Widerstreben einem Mönch aus der Provencemein Vertrauen schenken. Halt, da fallt mir ein — DeinVater sagt, man könne sich auf den Carmeliter verlassen, derden Brief gebracht hat. Das ist der Mann, dessen wir be-dürfen. Er ist fremd und wird für ein Stück Geld schweigen.Lebe wohl, Arthur von Vere, — du wirst von meinem Vatermit aller möglichen Gastfreundschaft behandelt werden. Wenndu wieder Nachrichten bekommst, so versäume nicht, sie mirmitzutheilen; ich meinerseits werde mich an dich wenden, wennich Anweisungen abzuschicken habe. — Der Herr sei mit dir!"
Arthur stieg jetzt den Berg noch eiligeren Schrittes hin-unter, als er ihn den Tag zuvor erstiegen. Das Wetter warwieder wunderschön geworden und die Schönheiten der Pflan-zen in einem Lande, wo diese nie ganz schlummert, warenwirklich entzückend und erquickend. Seine Gedanken schweif-ten von den Spitzen des Berges Sainte Viktoire auf die Fel-sen des Kantons Unterwalden. Seine Einbildungskraft riefihm die Zeit in's Gedächtniß zurück, in welchem seine Spazier-gänger durch die Schweizergebirge nicht einsam waren, inwelchen ihm eine Jungfrau zur Seite ging, deren einfacheSchönheit sich in sein Herz gegraben hatte. Solche Gedan-ken waren im Stande, ihn ausschließlich zu beschäftigen undes thut mir leid, sagen zu müssen, daß sie die Ursache waren,warum er die geheimnißvolle Warnung gänzlich vergaß, welcheihm sein Vater mitgegeben, die nämlich, er sollte sich nicht anden Wortlaut der Briefe halten, die er empfange, ehe er siedem Feuer ausgesetzt.