161
gethan, um mir den Beistand zu sichern, den er jetzt zu leistenzögert, bis er seinem hochmüthigen Sinn Genüge gethan undunnütze Streitigkeiten mit seinen harmlosen Nachbarn beige-legt hat. Seit ich hier bin und Ruhe und Einsamkeit mirZeit zum Nachdenken gegeben haben, sind mir die Belei-digungen eingefallen, die ich dem alten Mann angethan undich habe das Unrecht erwogen, das ich an ihm zu üben imBegriff stand. Mein Vater ist, um ihm Gerechtigkeit wider-fahren zu lasten, auch der Vater seines Volks. Seine Unter-thanen wohnen unter itire» Weinbergen und Feigenbäumen,in unrühmlicher Gemächlichkeit vielleicht, aber frei von Un-terdrückung und Erpressungen und ihr Glück ist das ihresguten Königs. Soll ich all' das ändern? — Soll ich dazubeitragen, daß diese zufriedenen Menschen einem hitzige»,eigensinnigen und gewaltthäligen Fürsten in die Hände ge-rathen? Würde ich nicht das sanfte und sorglose Herz meinesarmen, allen Vaters brechen, wenn es mir gelänge, ihn zudiesem Schritt zu vermöge»? — Das sind Fragen, die ichan mich selbst zu richten schaudere. Auf der anderen Seitesoll ich die Plane, die kühnen Hoffnungen deines Vaters zer-stören, die einzige Gelegenheit Vorbeigehen lassen, die sichvielleicht je noch Larbietet, um an den blutigen Verräthenvon Dork Rache zu nehmen und das Haus Lancaster wieder-herzustellen! — Arthur, das Schauspiel um uns her ist nichtso bewegt durch das schreckliche Unwetter und die treibendenWolken, als meine Seele von Zweifel und Ungeweißheit."
„Ach," erwiederte Arthur, „ich bin zu jung und uner-fahren, um Euer Gnaden in einem so schwierigen Falle Rathzu ertheilen. Ich wollte, mein Vater wäre selber da."
„Ich weiß, was er sagen würde," versetzte die Königin;„aber da ich Alles weiß, so gebe ich die Hoffnung auf, beiAnna v. Geierstein ur. 11