Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

säumt, die verschwenderische Gastfreundschaft des guten KönigsRens zu benutzen. Thiebold fuhr indessen fort, sich über denRuf des Berges und Klosters zu verbreiten. Sie hätten,sagte er, ihren Namen von einem großen Sieg, den einrömischer General, Cajo Mario geheißen, gegen zwei großeHeere Saracenen mit welschen Namen genommen. (Wahr-scheinlich die Cimbern und Teutonen). Aus Dankbarkeit gegenGott für den Sieg, habe Cajo Mario gelobt, ein Kloster aufdem Berge zu bauen und es dem Dienste der Jungfrau Mariazu widmen, von der er in der Taufe den Namen erhalten.Mit aller Wichtigkeit eines Kenners der Oertlichkeiten machtesich Thiebold daran, seine allgemeine Behauptung durch be-sondere Thatsachen zu erweisen.

Dort," sagte er,war das Lager der Sarazenen. Alsdie Schlacht entschieden schien, stürzten fich ihre Gattinnenund Frauen unter schrecklichem Geschrei mit fliegenden Haarenund den Geberden von Furien daraus hervor und eine Zeitlang gelang eS ihnen, die Flucht der Männer aufzuhalten."Er wies auf den Fluß, zu welchem die überlegene Kriegskunstder Römer den Barbaren, die er Sarazenen nannte, den Zu-gang abgeschnitten hatte. Um sich diesen zu verschaffen, wagtendie Sarazenen das Treffen und errötheten mit ihrem Blutdie Wellen des Waldstroms. Kurz, er erwähnte vieler Um-stände, welche zeigten, wie genau die Überlieferung die Ein-zelnhriten vergangener Ereignisse bewahrt, wenn sie auch Zeit-angaben und Personen vergißt, entstellt und verwirrt.

Als er bemerkte, daß ihm Arthur nicht ohne Theilnahmezuhörte denn man kann sich denken, daß die Erziehungeines jungen Menschen, der mitten in Bürgerkriegen auf-wächst, ihn nicht eben befähigte, den Bericht über Kriege einerfernen Zeit zu beurtheilen; machte sich der Provenpale, der

10 *