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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
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Ihr sprecht das Nvrdfranzöstsche, schöner Herr, Ihrhabt lichteres Haar und eine hellere Farbe als die Eingebo-renen dieses Landes Ihr fragt nach der Königin Marga-garethe aus all' Liesen Zeichen erkenne ich Euch als einenEngländer. Ihre Gnaden von England vollzieht in diesemAugenblick ein Gelübde in dem Kloster auf dem Berge Sainte-Viktoire, und wenn Ihr Euch Arthur Philipson nennet, sohabe ich den Auftrag, Euch augenblicklich zu ihr zu befördern d. h. jobald Ihr gekostet habt, was sich gerade von Spei-sen bei dem König vorfindet."

Der junge Mann wollte Einwendungen dagegen erheben,der Hosmarschall ließ ihm aber keine Zeit dazu.

Essen und Messen," sagte er,sind keinem Geschäftnoch im Wege gewesen es ist gefährlich für die Jugend,mit leerem Magen zu weit zu gehen ich selbst werde mitdem Gast der Königin einen Bissen genießen und ihm oben-drein in einer Flasche alten Weins Bescheid thun."

Der Tisch wurde mit einer Schnelligkeit gedeckt, welchebewies, Laß man auf dem Gebiet des Königs Nenö häufigGastfreundschaft übte. Pasteten, Schüsseln mit Wildpret, derKopf eines wilden Schweins und andere Leckereien wurdenaufgetragen und der Haushofmeister spielte den fröhlichenWirth. Dabei entschuldigte er sich häufig und ohne alleNoth, daß er nicht mit gutem Beispiele vorangehen könne,weil ihm obliege, dem König Renö vorzuschneiden und dergute König nie zufrieden sei, wenn er ihn nicht eben so herz-haft mitessen als gewandt vorschneiden sehe.

Aber Ihr, Herr Gast, esset Ihr nur zu; denn Ihrwerdet nichts mehr zu sehe» bekommen, bis die Sonne unter-geht. Die gute Königin nimmt sich ihr Mißgeschick so zuHerzen, daß Seufzer ihre Nahrung und Thränen ihr TrankAnna v. Geierstein m. 10