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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
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weit überstiege. Aber am Ende wurde Reue, statt Vortheilaus der Ehe zu ziehen, in das Unglück seiner Tochter ver-wickelt und sah sich wiederholt genöthigt, sich selbst zu ent-blößen, um sie loszukaufen. Vielleicht fiel dem alten Königder erlittene Scharen nicht so schwer, als die Nolhwendigkeit,Margarethe an seinen Hof und in seine Familie aufzunehmen.Erbittert durch den Gedanken an die erfahrenen Verluste, be-trübt über gefallene Freunde und verlorene Königreiche,paßte die stolzeste und leidenschaftlichste aller Fürstinnen we-nig zu dem lustigsten und aufgeräumtesten der Herrscher. Sieverachtete sein Treiben, fie konnte ihm den glücklichen Leicht-sinn seines Wesens nicht verzeihen und nicht begreifen, wieer an solchen Kindereien Geschmack finden könnte. Der Zwang,der mit ihrer Gegenwart sich verband, und rachsüchtige Erin-nerungen brachten den muntern alten Mann in Verlegenheit»obgleich sie seinen Gleichmuth nicht zu stören vermochten.

Ei» anderer Kummer drückte ihn schwerer. Jolanthe,die Tochter seiner ersten Frau Jsabella war ihm in seinenReckten auf das Herzogthum Lothringen gefolgt und hattesie auf ihren Sohn, Ferrand, Grafen von Vaudemont, über-tragen, einen jungen Mann von Muth und Geist, der zudieser Zeit in daS anscheinend verzweifelte Unternehmen ver-wickelt war, sein Reckt gegen Len Herzog von Burgund gel-tend zu machen. Dieser hatte sich des reichen Herzogkhumsmit geringem Reckt, aber großer Gewalt unter dem Vergebenbemächtigt, es sei als ein Mannslehen an ihn heimgefallen.Wäkrend der bejahrte König einerseits seine entthronte Tochterin hoffnungsloser Verzweiflung und auf der andern den seinesErbes beraubten Enkel mit dem eitel» Versuch auf Wieder-eroberung eines Theils seiner Besitzungen beschäftigt sah,mußte er überdies noch unglücklicherweise erfahren, daß sei»Anna v. Geierstem iri. 9