Von den Reichen, deren Besitz er fordern konnte, blieb ihmnichts als die Grafschaft Provence. Diese hübsche und freund-liche Herrschaft wurde aber durch die vielen Ansprüche ver-mindert, welche Frankreich durch Gelbvorschüsse für den Auf-wand Rene's auf Theile derselben erworben hatte. AndereTheile des Ländchcns hielt der Herzog von Burgund, dessenGefangener der König gewesen war, als Pfand für sein Löse-geld besetzt. In seiner Jugend hatte sich Rene in mehr alseine kriegerische Unternehmung mit der Hoffnung eingelassen,er würde einen Theil des Gebiets erlangen, dessen Fürst erhieß. Man sprach ihm auch den Muth nicht ab, aber dasGlück lächelte seinen Thaten im Felde nicht und es schien, erhabe zuletzt eingesehen, daß das Vermögen, kriegerische Ver-dienste zu bewundern und zu verherrlichen, etwas von demBesitz dieser Eigenschaft völlig Verschiedenes ist. R>»e warin der That ein Fürst von sehr beschränkten Fähigkeiten, be-gabt mit einer Liebe für die schönen Künste, die ins Ueber-triebene ging und mit so viel guter Laune, Laß sie ihm nicht«erstattete, über das Schicksal zu murren, sondern ihn beglückte,während ein Fürst von lebhafterem Wesen vor Verzweiflungzu Grunde gegangen wäre. Diese sorglose, leicht gestimmte,fröhliche und gedankenlose GemüthSart erhielt Ren« frei vonallen Leidenschaften, die das Leben verbittern und oft abkürzen,und verschaffte ihm ein frisches und heiteres Alter. Selbsthäusliche Verluste, die so oft Menschen niederwersen, welcheallen Schlägen des Geschicks Stand gehalten haben, machtenkeinen Eindruck auf den alten, muntern Fürsten. Die meistenseiner Kinder waren jung gestorben; Rene nahm es nicht zuKerzen. Die Heirath seiner Tochter Margarethe mit demmächtigen Heinrich von England hielt man für eine Verbin-dung, welche die Glücksumstände des Königs der Troubadours
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