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18 (1851) Anna von Geierstein
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Selbst- und Gewinnsucht. Statt die Herzen dadurch zu gewin-nen, daß sie in den Schranken Lanzen brechen, brechen sie dieHerzen ihrer durch die grausamsten Erpressungen verarmtenLebcnsleute. Statt, daß sie suchen, das Lächeln und die Gunstihrer Geliebten zu verdienen, denken sie darüber nach, wiesie Burgen, Städte und Provinzen ihren Nachbaren abneh-men können. Aber lang lebe der gute und verehrungswürdigeKönig Renö! So lange man ihm eine Hufe Landes läßt,wird sein Aufenthalt der Sammelplatz aller tapferen Rittersein, die blos nach Waffenruhm streben. Alle treuen Lieben-den, die vom Schicksal verfolgt sind, alle berühmten Harfen-spieler, die Treue und Tapferkeit zu verherrlichen wissen, wer-den bei ihm einen Zufluchtsort finden."

Arthur'» lag daran, Näheres über diesen Fürsten zu er-fahren, als er durch den allgemeine» Ruf bereits von ihmwußte, und er brachte den gesprächigen Provencalen leichtdazu, sich über die Eigenschaften seines alten Fürsten weiterauszulassen. Er schilderte ihn als gerecht, fröhlich, fromm,als einen Freund der edelsten Leibesübungen, der Jagd unddes Turniers und noch mehr der lustigen Dichtkunst undMusik; er verschenke, sagte Thiebold, mehr als er einnehme,an irrende Ritter und wandernde Musikanten, sein kleinerHof wimmele vvn solchen Leuten und dieser sei einer der we-nigen, an welchen noch die alte Gastfreiheit beobachtet werde.

Das war das Gemälde, welches die Führer von dem letz-ten König der Minstrels entwarf; und obgleich die Lobes-erhebungen übertrieben wurden, waren es doch vielleicht dieThatsachen nicht.

Von königlichen Eltern und mit hohen Ansprüchen gebo-ren, hatte Rens es zu keiner Zeit seines Lebens verstanden,sein Glück mit seinem Recht ins Gleichgewicht zu bringen.