„Und Ludwig" sagte Oxford, „volle Freiheit ließen, Bur-gund mit allen seinen Kräften anzugreifen?"
„Keineswegs, Freund Philipsou," crwiederte Herzog Karl!„wisse, es besteht ein siebenjähriger Waffenstillstand zwischenFrankreich und Burgund. Wäre er nicht geschlossen und unter-zeichnet, so hätten wir wahrscheinlich Mittel finden können, demVertrag zwischen Ludwig und Eduard ein Hinderniß in denWeg zu legen, und hätten wir diese gefräßigen Inselbewoh-ner während der Wintermonate auf unsere Kosten mit Ochsen-fleisch und Bier füttern müssen. — Herr Kanzler, Ihr könntEuch entfernen, aber bleibt so nahe, daß man Euch schnellholen kann."
Als der Minister das Zelt verlassen hatte, trat der Her-zog, welcher mit seinem barschen und herrischen Wesen vielGüte verband, wenn man eS nicht eine angeborene Großmuthnenne» konnte, auf den lancastrisen Edelmann zu. Dieserstand da, wie einer, zu dessen Füßen eben der Blitz eingeschla-gen hat und der noch von dem Schrecken über den Schlagergriffen ist.
„Mein armer Oxford," sagte er, „du bist erstarrt überdiese Nachricht, denn du kannst nicht zweifeln, Laß sie eineschlimme Wirkung auf den Plan Hervorbringen werde, welchendeine ehrliche Brust mit so viel Ergebenheit und Treue ge-nährt. Ich wünschte um deinetwillen, daß ich die Engländeretwas länger hätte in Frankreich zurückhalten können. Ter Ver-such würde aber meinem Waffenstillstände mit Lud'wig ein Endeund mir folglich unmöglich gemacht haben, die elenden Kan-tone zu züchtigen und ein Heer nach England zu schicken. Sowie die Sachen jetzt stehen, laß mir nur eine Woche, um dieBergbewohner zu bestrafen, und du sollst mehr Truppen be-kommen, als deine Bescheidenheit für dein Unternehmen ge-