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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
118
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Wein!" rief der Herzoghast du je dergleichen ge-hört, Signor Philipsvn? Meiner Treu, deine Landsleutesind wenig besser als Esau, der seine Erstgeburt für ein Lin-sengericht verkaufte. Wahrhaftig, ich muß gestehen, daß ichnie einen Engländer gesehen, der gerne einen Handel mittrockenen Lippen gemacht hätte."

Zch kann diese Nachrichten kaum glauben," entgegneteder Graf von Orford.Wenn Eduard zufrieden wäre, dasMeer mit fünfzigtauscnL Engländern blos zu überschreitenum wieder heimkehren zu können, so gibt es in seinem Lagerstolze Edelleute und mnthige Gemeine genug, um sich einemso schmählichen Plane zu widersetzen."

Das Geld Ludwig's," erwiederte der Staatsmann,hatedle Hände gefunden, die geneigt waren, sich zu öffnen undes in Empfang zu nehmen. Der französische Wein hat alleHälse im englischen Heere überschwemmt. Die Schmausereienund die Unordnung hatten keine Gränzen und einmal wardie Stadt Amiens, wo König Ludwig selbst sich aufhielt, sovoll von lauter betrunkenen, englischen Bogenschützen, daßder König von Frankreich beinahe in ihrer Gewalt war. IhrSinn für Nativnalchre ist in dem allgemeinen Gelage unter-gegangen. Die unter ihnen, welche noch mehr auf Anstandhalten und die Staatsklugen spielen, sagen, sie seien nachFrankreich gekommen, im Einverständniß mit dem Herzog vonBurgund; da aber dieser Fürst sein Wort nicht gehalten undseine Streitkräfte nicht mit den ihrigen vereinigt habe, sosei es von ihnen, in Betracht der Jahreszeit und der Unmög-lichkeit Winterquartiere zu bekommen, gut, klug und rechtgehandelt gewesen, daß sie von Frankreich eine Kriegssteuergenommen haben, und im Triumph nach Hause zurückgekehrtseien."