Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
108
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Mir haben daran keinen Antheil genommen und keine Ver-anlassung dazu gegeben. Indessen ist es unmöglich, daß eineunabhängige Nation die Wiederholung solcher Beleidigungendulde. Wir sind entschlossen, frei und unabhängig zu bleibenoder in Vertheidigung unserer Rechte zu fallen. WaS mußdaraus folgen, wenn Eure Hoheit nicht auf die Vorschlägehört, die ich zu machen beauftragt bin? Ein Krieg lind einV rtilgungskrieg; denn so lange einer aus unserer Genossen-schaft eine Hellebarde schwingen kann, so lange wird, hat derunglückliche Kampf einmal begonnen, Krieg sein zwischen denmächtigen und reichen Staaten Eurer Hoheit und unserenarmen und unfruchtbaren Kantonen. Und was kann der edleHerzog von Burgund bei einem solchen Streit gewinnen?Reicht! um und Beute? Ach. Euer Gnaden, es ist mehrGold und Silber a» Zaum und Gebiß der Pferde Eurer Leib-wache, als im öffentlichen Schatz oder bei Privatleuten inunserer ganzen Eidgenossenschaft gefunden werden mag. Trachtet2hr nach Ruhm und Ehre? Es ist wenig Ehre zu gewinnen,wenn ein zahlreiches Heer einigen zerstreuten Haufen, wenneisenbedeckte Männer halbbewaffneten Ackerleuten und Schä-fern cntgegcnstehen; ein solcher Sieg brächte wenig Ruhm.Wenn aber, wie alle Christen glauben, und wie das Andenkenan die Zeiten unserer Väter alle meine Landsleute vertrauens-voll hoffen läßt, der Gott der Schlachten die Waage der ge-ringeren Anzahl und der schlechteren Bewaffnung zuneigte, soüberlasse ich es Euch selbst, zn beurtheilen, wie sehr in einemsolchen Fall die Würde und der Ruf Eurer Hoheit leidenMüßte. Wollt Ihr mehr Unterthanen, mehr Gebiet durcheinen Krieg mit Suren Nachbarn in den Bergen erringen?Wißt, wenn es Gott gefällt, so könnt Ihr unsere unfrucht-baren und steilen Gebirge erobern; aber wir werden uns, wie