Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
105
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nicht ein Iota von ritterlicher Höflichkeit oder von ritterlichemAnstand weiß. Geist anderswo hin mit Eurer gemeinen Prah-lerei, junger Mann und wut, daß für diesmal nur der PlatzMorimont die für Eut, passende Schranke und der HenkerEuer gehöriger Gegner wäre. Und Ihr, Ihr Herren, feineGenossen da Il,r diesen Lassen bas Wort für Euch führenlasset, scheint Euer Benehmen zu erwei,cn, daß die Gesetzeder Natur bei Euch eben so gut verkehrt sind, als die derGesellschaft und daß die Jugend dem Alter vorgeht wie derBauer dem Adel. Ihr graubärtiaen Männer, sag' ich, istkeiner unter Euch, der seinen Auftrag in Ausdrücken vorzu-bringen vermag, wie sie ein unabhängiger Fürst anhörenkann? "

Edler Herzog," antwortete der Landammann vortretendund hwß Rudolph Donnerhügel schweigen, der eine trotzigeAntwort geben wollte. -Gott verhüte, daß wir nicht imStande sein sollten, so zu sprechen, wie es sich vor EurerHoheit ziemt, da wir, wie ich glaube, nur die Sprache derWahrheit, des Friedens und der Gerechtigkeit führen werden.Wenn die Demuth Eure Hoheit geneigt machen kann, unsgütiger auzuhörcn, so bin ich bereit, mich zu erniedrigen,falls ich solches dadurch bewirke. Was mich selbst angeht,so kann ich mit Wahrheit sagen, daß ich durch meine Geburtdas Recht ererbt habe, vor Herzogen und Königen, ja vordem Kaiser selbst zu sprechen, ob ich gleich bisher aus freierWahl als Ackersmann und Jäger in den Alpen von Unter-walden gelebt und als solcher zu sterben entschlossen bin. Esgibt Keinen in dieser erlauchten Versammlung, gnädiger HerrHerzog, dessen Blut aus edlerer Quelle flöße als Geierstein."

Wir haben von Euch gehört," versetzte der Herzog.Die Leute nennen Euch den Bauerngrafen. Eure Geburt