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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
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Wahrend er sich diesen Gedanken überließ, gab der Her-zog einem aus dem dritten Stand oder den'jGemeinen einZeichen, zu sprechen. Der Mann, der dem stummen Befehlgehorchte, war Martin Block, ein reicher Schlächter und Vieh-züchter aus Dijon. Er drückte sich so aus:

Edler Fürst, unsere Väter waren die pflichtgetreuen Un-terthanen Eurer Vorfahren; wir sind es für Euch; unsereKinder werden Euren Nachfolgern ebenso diensthaft sein. Aberwas die Forderung, die Euer Kanzler an uns gestellt, betrifft,so würden unsere Vorfahren nie in eine solche gewilligt ha-ben. So sind auch wir entschlossen, sie zu verweigern und dieStände von Burgund werden sie nie bis an's Ende der Tageirgend einem Fürsten zugestehen."

Karl hatte in geduldigem Schweigen die Reden der zweiersten Sprecher ertragen; aber diese derbe und kühne Antwortdes dritten Standes war mehr, als er auszuhalten vermochte.E rüberließ sich aller Heftigkeit seiner Gemüthsart und stampfteauf den Boden, daß der Thron zitterte und das hohe Ge-wölbe über ihm erdröhnte. Er überhäufte den kecken Bür-ger mit Vorwürfen.Lastvieh," sagte er,willst du mich auchnoch mit deinem Eselsgeschrei übertäuben? Die Adeligenmögen das Recht zu sprechen in Anspruch nehmen, denn siekönnen fechten; die Geistlichkeit mag das Maul brauchen,denn das ist ihr Geschäft, aber du, der du nie anderes Blutvergossen, als das deiner Ochsen, die noch dummer waren,als du selbst wagst du und deine Heerde, wie ein bevor-rechtetes Wesen, hieher zu kommen und am Stuhl eines Für-sten zv Krüllen? Wisse, Vieh, das du bist, daß man die Stierenie in Tempel führt, als um sie zu schlachte», daß manSchlächter und Handwerker nur vor ihren Fürsten läßt, um