Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
96
Einzelbild herunterladen
 

96

sie damit zu beehren, daß sie mit ihren aufgehäuften Schätzenden öffentlichen Bedürfnissen abhelfen,"

Ein unzufriedenes Murren, welches selbst die Furcht vor-dem Zorn des Herzogs nicht zurückhalte» konnte, ließ sich beiLiesen Worten in der ganzen Versammlung vernehmen, undder Bürger von Dijon, ein trotziger Plebejer, entgegnete miteiner kurzen Verbeugung:Unsere Beutel, Herr Herzog,sind unser und wir werden die Schnüre daran Eurer Ho-heit nicht in die Hand gebe», wenn wir nicht mit den Zweckeneinverstanden sind, zu Lenen das Geld verwendet werden soll;wir wissen wohl, wie wir uns selbst und unser Eigenthum ge-gen fremde Landstreicher und Räuber schützen müssen,"

Karl war auf dem Punkt, den Deputirten verhaften zulasse»; als er aber sein Auge auf den Grafen von Oxfordheftete, dessen Gegenwart ihm wider Willen eine» gewissenZwang auferlegte, änderte er seinen Entschluß, aber nur, umeine andere Unklugheit zu begehen.

Ich sehe," sagte er, an den Ausschuß der Stände ge-wendet,daß Ihr alle zusammenhaltet, um meinen Plan zudurchkreuzen und mich ohne Zweifel aller fürstlichen Machtzu berauben. Ich soll wohl blos noch eine Krone tragendürfen und, wie Karl der Einfältige, auf den Knien bedientwerden, während sich die Stände meines Reichs in die Ge-walt theilen. Aber Zhr sollt erfahren, daß Ihr mit Karl vonBurgund zu thun habt, einem Fürsten, der, wenn er sich auchherabgelassen, Euch zu Nathe zu ziehen, doch wohl im Standeist, seine Schlachten ohne Hilfe seines Adels auszufechten, dadieser ihm die Mitwirkung seines Schwertes verweigert,der die Kosten davon tragen kann, ohne die Unterstützung die-ser schmutzigen Bürger und der vielleicht auch einen Wegzum Himmel findet, ohne Len Beistand einer undankbaren