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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
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noch Etwas unter vier Augen zu sagen, wenn Euer Sohnabgereis't ist."

Während Colvin so mit dem Grasen sprach, benutzteArthur, der bei der Ankunft des ersteren blos bald angekleidetgewesen war, die Dunkelheit in einer Ecke des Zelts, umdie einfachen Kleider, die für seinen Stand, als vorgeblicherKaufmann, gepatzt hatten, gegen ein Reisegewand zu ver-tauschen, wie es einem jungen Mann von Stande am Hofvon Burgund zukam. Natürlicherweise griff Arthur nichtohne eine Empfindung von Vergnügen nach einer seiner Ge-burt angemeffenen Tracht, welche sich auch zufolge des Aeußerenfür Niemand besser eignete, als für ihn. Mit noch größererFreude aber und so heimlich als möglich, warf er sich einekleine goldene Kette um den Hals und verbarg sie unter demKragen und den Falten seines Wammses. Sie war von zier-licher, maurischer Arbeit, wie man damals sagte, und erhatte sie in dem kleinen Päckchen gefunden, das ihm Annavon Geierstein aus Nachgiebigkeit gegen seine und vielleichtauch gegen ihre eigenen Gefühle beim Scheiden in die Handgegeben. Die Kette wurde durch eine leichte Goldplatte zu-sammengehalten und auf der einen Seite war mit einer Haar-nadel oder mit einer Messerspitze in deutlichen wenn auchfeinen Zügen eingegraben: Lebe wohl für immer! auf derKehrseite standen etwas undeutlicher die Worte: Denkt anA. von G.

Alle, welche dieses lesen, sind, waren oder werden ver-liebt sein, und es gibt daher Niemand, der nicht zu begreifenvermöchte, warum Arthur dieses Zeichen sorgfältig um denHals hing, so daß die Inschrift gerade und unmittelbar aufseinem Herzen hing, und daß jeder Schlag desselben dasPfand seiner Liebe in Bewegung setzen mußte.