Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
76
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der Verachtung können ihre Schrecknisse augenblicklich in Be-wegung setzen.

Ihr sprecht mit mehr Furcht von einem Haufen nacktenGesindels und einer Bande nächtlicher Mörder, als ich Suchin wirklichen Gefahren habe zeigen sehe». Indessen verachteich Euein Rath nicht. Ick werde die Schweizer Abgeordnetenin Geduld anhören und ihnen, wo möglich, nichts von derVeracktung zeigen, mit welcher ich ihre Anmaßung, als un-abhängige Staaten verhandeln zu wollen, anzusehen nichtumhin kann. Ueber die geheimen Verbindungen werde ichSchweigen beobachten, bis m r die Zeit die Mittel zum Han-deln liefert und ich sie in Verbindung mit dem Kaiser, demReichstag und den Fürsten des Reichs aus allen ihren Löchernvertreiben kann.Nun. Herr Graf, habe ich recht geredet?"

Gut gedacht ist es, gnädiger Herr, aber vielleicht un-klug gesprochen. Ihr seid in einer Lage, in welcher ein ein-ziges Wort, das ein Verrather hört, Untergang urd Todherbeiführen kann."

Ich habe keine Verrather um mich," erwiederte Karl.Wenn ich glaubte, daß es deren in meinem Lager gäbe, somöchte ich lieber augenblicklich unter ihren Händen umkom-men, als beständig in Angst und Argwohn leben."

Die alten Diener Eurer Hoheit sprechen nicht günstigvon dem Grasen Campo-Basso," sagte der Graf,und ersteht so hoch in Eurem Vertrauen."

Es ist leicht," versetzte der Herzog ruhig,für den ein-stimmigen Haß aller Höflings den treuesten Diener eines sol-chen anzuschwärzen. Ich stehe dafür, daß Euer stierköpfigerLandsmann Colvin Euch gegen den Grafen aufgebracht bat,wie alle anderen. Und das darum, weil Campo-Basso ohneFurcht oder Hoffnung auf Gunstbezeugungen mich von allem