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18 (1851) Anna von Geierstein
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freiung von allen Höflichkeiten ein Vorrecht des Fürsten alleinwäre. Doch wußte Niemand besser als Karl von Burgund,sich, wenn es ihm darum zu thun war, zu schmücken und zubenehmen und ein vornehmes Wesen an Len Tag zu legen.

Auf seinem Putztisch lagen Bürsten und Kämme, diedurch ihre langen Dienste Ansprüche auf Abdankung gehabthätten, abgetragene Hüte und Wämser, Leinen für Hunde,lederne Gürtel und andere ähnliche geringe Gegenstände.Zufällig, wie eS schien, lagen hier aber auch die großen Dia-manten, Sauci genannt, die drei Rubinen, welche man diedrei Bräute von Antwerpen hieß ein weiterer großer Dia-mant, der den Namen der Lampe von Flandern führte undandere kostbare Steine, welche diesen an Werth und Selten-heit kaum nachstanden. Eine solche wunderliche Schaustellungglich einigermaßen dem Charakter des Herzogs selbst. Ervermischte Grausamkeit mit Gerechtigkeit, Großmuth mit Nie-drigkeit, Sparsamkeit mit Verschwendung und Freigebigkeitmit Geiz. In nichts blieb er übereinstimmend mit sich, alsin der Hartnäckigkeit, mit der er eine Meinung, die er ein-mal gefaßt, in jeder Lage der Dinge und Lurch alle Wechselder Gefahr verfolgte.

Mitten aus diesen werthlosen und unschätzbaren Gegen-ständen heraus rief der Herzog von Burgund dem englischenReisenden zu:Willkommen, Herr Philipson willkommen aus einem Volke, dessen Handelsleute Fürsten sind, unddessen Kausleute zu den Mächtigen der Erde gehören. Wasfür neue Maaren habt Ihr mitgebracht, uns zu betrügen?Ihr Krämer seid bei St- Georg ein verschmitztes Volk."

Meiner Treu, gnädiger Herr, ich bringe Euch keineneuen W laren," antwortete der alte Engländer;blos die,welche ich Euer Hoheit vor Kurzem vorgelegt. Ich hoffe jetzt.