Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
31
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Feinde herunter gesunken und sie haben ihn bloS ihrer Verach-tung werth geachtet. Ich sage dir, edler Orford, mein Aufenthaltzu Air, in der elenden Umgebung, die er seinen Hof nennt, hatmich beinahe um den Verstand gebracht. Meine Ohren sind jetztblos für Laute des Grams gestimmt, aber das ewige Klingelnder Harfen, das Quieken der Geigen und Klappern der Ca-stagnekten ermüdet mir doch nicht so sehr die Ohren; diebettelhafte Nachäffung der Hofgebräuche, welche nur dannAchtung einflößen, wenn sie Reichthum und Macht ankündi-gen, ist für meine Augen nicht so abgeschmackt, als mich dererbärmliche Ehrgeiz anwidert, der an Füttern, Troddeln undanderen Lumpereien Freude findet, wenn alles Große undErhabene entschwunden ist. Nein, Orford, wenn ich bestimmtbin, auch den letzten Wurf noch zu verlieren, so ziehe ich michin das verborgenste Kloster in den Pyrenäen zurück, um we-nigstens die verrückte Lustigkeit meines Vaters nicht mit an-sehen zu müssen. Möge er aus unserm Gedächtniß ver-schwinden wie aus den Blättern der Geschichte, auf denensein Name nie genannt werden wird. Ich habe viel Wichti-geres zu sagen und zu hören. Und nun, mein Orford, wasNeues aus Italien? Wird der Herzog von Mailand uns mitseinem Rath oder mit seinen Schätzen unterstützen?"

Mit seinem Rathe gerne, gnädige Frau; aber ich weißNicht, ob er Euch gefällt, denn er empfiehlt uns Ergebungin unser unglückliches Geschick und Unterwerfung unter denWillen der Vorsehung."

Der hinterlistige Italiener! Galeazzo will also nichtsvon den Schätzen vorschießen die er aufgehäuft, keiner Freun-din beistehen, der er seiner Zeit so oft Treue geschworen?"

Nicht einmal die Diamanten, die ich in seine Händeniederlegen wollte," antwortete der Graf,konnten ihn be-