ach, mein Eduard, der unter denselben Zeichen geboren wurde,ruht in einem blutigen Grabe!"
Sie hüllte den Kopf in ihren Mantel, wie um die Kla-gen und Seufzer zu ersticken, welche diese grausamen Erinne-rungen ihrer mütterlichen Erinnerung erpreßten. Pkilipsonoder der verbannte Graf von Oxford, wie wir ihn jetzt nen-nen können, batte sich in diesen wechselvollen Zeiten durch dieStandhaftigkeit ausgezeichnet, mit der er seine Treue derLinie Lancaster bewahrte, und sah jetzt, daß es unklug wäre,wenn er zugäbe, daß sich seine Fürstin dieser Schwäche über-ließe. ,
„Königliche Herrin," sprach er, „die Lebensweise ist wiedie eines kurzen Wintertages; und ob wir aus der Dauerderselben Nutzen ziehen oder nicht, sie erreicht nichts destoweniger ihr Ende. Meine Fürstin ist, wie ich hoffe, zu sehrHerrin über sich selbst, um zuzugeben, daß der Kummer überdie Vergangenheit sie verhinderte, die Gegenwart zu ihremVortheil ausznbeuten. Ich bin hier, um Euern Befehlen zugehorchen; ich soll in Kurzem mit dem Herzog von Burgundzusammenkommen; wenn ich ihn dem Plane geneigt finde, dieich ihm vorlegen werde, so können Ereignisse eintreffen, dieunsere Trauer in Freude verwandeln. Aber wir müssen dieGelegenheit eben so schnell als eifrig erfassen. Erkläret miralso, gnädige Frau, warum Ihr verkleidet hieher gekommenseid und Euch mehr als einer Gefahr aussetzet. Gewiß ge-schah es nicht blvs um über diesen jungen Mann zu weinen,daß die hochherzige Königin Margarethe in dieser ärmlichenTracht den sichern Hof ihres Vaters verließ und in ein Landreiste, wo sie wenigstens nicht sicher ist, wenn ihr auch keinewirkliche Gefahr droht."