für ihre Sache verrichtet worden. Mit der seinem Alter undseiner Erziehung angehörigen Begeisterung warf er in selbemAugenblick sein Barett auf das Pflaster und kniete zu denFüßen seiner unglücklichen Fürstin nieder.
Margarethe zog Len Schleier zurück, welcher ihre maje-stätischen und edlen Züge verdeckte. Noch jetzt zeigten sichSpuren von der Schönheit, welche einst nicht ihres Gleichengehabt in Europa, obgleich Ströme von Thränen ihre Wan-gen gefurcht, ogbleich Sorge, Verdruß, häuslicher Kummerund gedemüthigter Stolz das Feuer ihres Auges verlöscht unddie sanfte Würde ihrer Stirne zerstört hatte. Die Fühllosig-keit, welche eine Reihe von Unfällen und vereitelten Hoffnun-gen im Herzen der Fürstin hatte entstehen machen, wurde füreinen Augenblick verdrängt durch den Anblick von der Begei-sterung des schönen Jünglings. Sie überließ ihm eine Handund er bedeckte sie mit Thränen und Küssen; mit der andernstreichelte sie ihm, zärtlich wie eine Mutter, die Locken seinesHaares und suchte ihn aufzuheben. Unterdessen schloß seinVater die Thüren der Kapelle, lehnte sich mit dem Rückendaran und entfernte sich so von der Gruppe, um zu verhin-dern, daß ein Fremder während eines so außerordentlichen Auf-tritts einträte.
„Du bist also," sagte Margarethe mit einer Stimme, inwelcher die weibliche Zärtlichkeit in seltsamem Streit lag mitdem angcbornen Stolz auf ihren Rang und mit der Ruhe,der stoischen Gleichgültigkeit, welche ihr anhaltendes und gro-ßes Unglück erzeugt hatte; „du also, schöner Jüngling, bist derletzte Sprosse aus dem edeln Stamm, aus dem so viele Zweigefür unsere unglückliche Sache gefallen sind. Ach! ach! waskann ich für dich thuu? Margarethe hat nicht einmal einenSegen zu ertheilen. So elend ist ihr Loos, daß ihre Segens-