Erdichtungen aus einem Feenmährchen hatten und zu lachenanfangen, wenn seine Gebieterin auf Ehrenbezeugung undAchtung Ansprüche erhebt."
„Ist kein Widerstand möglich? Das Schloß ist stark,"entgeznete das Fräulein, „und ich habe nicht Lust, daS Hausmeiner Väter zu verlassen, ohne etwas für unsere Vertheidj-gung gethan zu haben."
„Fünfhundert Mann," versetzte Schreckenwald, „könntendie Gebäude und Thürme von Arnheim besetzen. Mit einergeringeren Anzahl wäre es ein Unsinn, so ausgedehnte Mauernhalten zu wollen und ich weiß kaum, wie ich zwanzig Söldnerzusammenbringen sollte. — Und jetzt, da Ihr die ganze Ge-schichte wißt, erlaubt mir die Bitte, diesen Fremden zu ver-abschieden. Er ist zu jung, wie mich dünkt, um sich in derWohnung einer jungen Dame anfzukalten und ich will ihmden nächsten Weg aus dem Schloß zeigen; denn in der Noth,in der w>r eben sind, müssen wir uns begnügen, blos anunsere eigene Sicherheit zu denken."
„Und wohin gedenkt Ihr zu gehen?" fragte die Baro-nesse, die immer gegen Jtel Schreckenwald die Miene unum-schränkter Gewalt beibehielt. Er gab derselben auch nach;aber mit Zeichen von Ungeduld wie ein feuriges Pferd unterder Hand eines geübten Reiters.
„Nach Straßbnrg schlage ich vor zu gehen, d. h. wennes Euch recht ist, — und zwar unter der Bedeckung, die ichvon jetzt an bis zu Tagesanbruch zusanimenbringen kann.Ich hoffe, wir können entwischen, ohne von den Meuterernbemerkt zu werden. Und wenn wir auf eine Abtheilung der-selben stoßen, so glaube ich, es werde uns nicht schwer fallen,den Weg zu erzwingen."