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Anna von Geierstein kannte, obgleich ste lange aus ihremGeburtslande entfernt gewesen, die Gewohnheiten und Bräuchedesselben sehr wohl. Sie wußte, init welchem Stolz dieAdeligen ihr Ansehen allen von ihnen Abhängigen suhlbarmachten.
„Seid Ihr ein Lehensmann von Arnheim, Ztel Schrek-kenwald?" sagte ste, „und wagt Ihr es, mit dem Freifräu-lein von Arnheim in ihrem eigenen Schlosse mit erhobenerStimme, unverschämtem Blicke und bedecktem Haupte zusprechen? Denkt an das was Ihr seid, und wenn Ihr michum Verzeihung gebeten habet für Eure Frechheit, so werdeich anhörcn können, was Ihr mir zu sagen habt, vorausge-setzt, daß Ihr Euch so ausdrückct, wie es Eurer Stellung zumir zukvmmt."
Schreckenwald fuhr wider seinen Willen an's Barett undentblößte die hochmüthige Stirne.
„Edles Fräulein," sagte er in etwas sanfterem Tone,„entschuldigt mich, wenn meine Eile mich hat barsch redenlassen, aber der Fall ist dringend. Die Söldner des Rhein-grasen haben sich empört, die Banner ihres Herrn zerrissenund eine unabhängige Fahne aufgepstanzt, die sie das Fähr-lein des heiligen Nikolaus nennen. Sie erkläre», daß sie mitGott Frieden halten und mit der ganzen Welt Krieg führenwollen. Dies Schloß kann ihnen nicht entgehen, wenn siebedenken, das Erste was sie zu thun haben, müsse die Erobe-rung eines festen Platzes sein, um sich darin zu halten. Ihrmüßt also mit Tagesanbruch von hier fort. 2» diesem Augen-blick sind sie beschäftigt, den Bauern den Wein wegzutrinken,aber wenn sie am Morgen aufbrechen, so werden sie ohneFrage hieher ziehen; und Ihr könntet Leuten in die Händefallen, welche die Schrecknisse des Arnheimer Schlosses für
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