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bot bei wechselndem Licht eine solche Mannigfaltigkeit dar,daß es das Schweizermädchen entzückte, denn sie hatte in ih-rem Leben noch nichts Derartiges gesehen.
„Nun, Baronesse Anna," sagte sie, „wenn das hübscheDing da wirklich als Zeichen Eures Rangs getragen wird,so ist es das einzige zu Eurer Würde Gehörige, wonach michgelüsten könnte. Denn es schimmert und zeigt gerade ein sowunderbares Farbenspiel wie unsere Wangen, wenn wir auf-geregt sind."
„Ach Kännchen," erwiederte die Baronesse und fuhr mitder Hand über die Augen; „von allen Kleinodien, welche dieFrauen meines Hauses besessen, ist dieses hier vielleicht seinenBesitzerinnen am verderblichsten gewesen."
„Warum traget Ihr eS also?" fragte Hannchen. Warumgerade jetzt und heute?"
„Weil es mich am besten an die Pflichten gegen meinenVater und meine Familie erinnert. Und jetzt, Mädchen, denk'daran, daß du mit uns zu Tische sitzst und verlaß das Zim-mer nicht. Steh' nicht auf und lauf hin und her, um dichoder Andere zu bedienen und das und jenes auf den Tischzu holen, sondern bleib ruhig sitzen, bis der Wilhelm gibt,was Lu brauchst."
„Nun, Las ist eine Sitte, die mir schon gefällt," sagteHannchen. „Wilhelm bedient uns mit so viel Gefälligkeit,daß es eine Freude ist, ihm zuzusehen; indessen kommt es mirmanchmal vor, als wäre ich nicht mehr Anneli Veilchen selbst,sondern nur ihr Bild; denn ich kann weder aufstehen, nochmich setzen, noch herumlaufen, noch stehen bleiben, ohne eineder Regeln des höflichen Betragens zu verletzen. Mit Euchist es nicht so, ich muß es sagen, Ihr habt immer Hofmanie-ren an Euch gehabt."