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18 (1851) Anna von Geierstein
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übersehen, verachtet, ich mochte beinahe sagen, gehaßt hättet.Und doch konntet Ihr sie vorher recht wohl leiden."

Nun ja!" versetzte Anna,ich werde dich noch mehrals einen von ihnen Haffen und verabscheuen, wenn du deinGespräch nicht zu Ende bringst."

Sachte, edles Fräulein; wer langsam geht, kommt auchweit. Alles das beweis't, daß Ihr den jungen Mann liebt,und ich überlasse es denen, welche etwas Wunderbares daranfinden, zu sagen, daß Ihr Unrecht habt. Man kann Vielessagen, um Euch zu rechtfertigen, und nicht ein Wort, das ichwußte, um Euch zu tadeln."

Du bist toll, Hannchen; denk' an meine Geburt undmeine Verhältnisse; sie verbieten mir, einen Mann ohne Ge-burt und Vermögen zu lieben; ich würde meinem Vater un-gehorsam sein, wenn ich einem Manne meine Liebe schenkte,der ohne seine Zustimmung um mich freit. Ueberdies ver-bietet mir mein Stolz, als Mädchen meine Neigung auf einenMann zu werfen, der nicht an mich denkt, ja vielleicht durchden Anschein gegen mich eingenommen ist."

Das ist eine hübsche Predigt!" sagte Hannchen;aberich kann auf jeden Punkt derselben eben so gut Antwort ge-ben, als der Pater Franz in seinen Festtags-Predigten demTerte folgt. Eure Geburt ist ein abgeschmackter Traum undIhr habt sie erst in den zwei oder drei letzten Tagen schätzengelernt. Da seid Ihr nach Deutschland gekommen und dahat ein altes deutsches Unkraut, das man gewöhnlich Fami-lienstolz nennt, in Eurem Herzen zu keimen angefangen.Denkt von solcher Narrheit, wie Ihr gedacht, da Ihr aufGeierstein wohntet, d. h. in dem ganzen, vernünftigen TheilEures Lebens, und dieses große, furchtbare Vorurtheil wirdin Nichts zerfallen. Folgen nun die Verhältnisse, mit denen