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Einer der Richter auf der Dorderbank, also aus der höch-sten Klaffe, und der wie alle anderen vermummt war, dessenStimme und gekrümmter Rücken aber ankündigten, daß erbejahrter wäre als die, welche zuvor gesprochen, erhob sichmit Mühe und sprach mit zitternder Stimme, — „daS Strick-kind vor uns ist überwiesen der Thorheit und Unbesonnenheit,mit der es in beleidigenden Ausdrücken von unserer heiligenNehme gesprochen. Aber er hat solch thörichtes Zeug vorOhren geredet, die nie etwas von unseren heiligen Gesetzengehört hatten. Auf der andern Seite ist er durch ein un-umstößliches Zeugniß für unschuldig erklärt worden, unmäch-tige Anschläge zur Untergrabung unserer Gewalt gemacht zuhaben. Nach demselben Zeugniß hat er auch die Fürsten nichtgegen unsere heilige Verbindung aufzuketzen gesucht. Er hatalso eine Thorheit begangen, aber kein Verbrechen. Und da dieheiligen Gesetze der Vehme keine andere Strafe kennen alsden Tod, so schlage ich vor, daß dieses Strickkind der Gesell-schaft und der Oberwelt zurückgegeven werde, ohne daß ihmein Leid geschieht; daß man ihn aber zuvor wegen seinesFehlers gehörig verwarne."
„Strickkind," sagte der Vorsitzende Richter, „du hast soeben das Urtheil vernommen, das dich sreispricht. Wenn duaber in einem unblutigen Grabe zu schlafen wünschest, somerke dir wohl, was ich dir sage. Betrachte Alles, wasdiese Nacht geschehen ist, als ein Geheimniß, daS weder demVater noch der Mutter, weder der Gattin noch dem Sohnoder der Tochter mitgetheilt werden darf. Es darf wederlaut noch leise besprochen, und weder mündlich noch schriftlichnoch durch Malerei oder Bildhauerei, kurz auf keine Weiseausgebreitet werden, sei es nun geradezu oder durch Bilder