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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
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Eine Antwort erfolgte, aber weniger laut als das ersteMal, und es schien, als ob die, welche sie gaben, weiterentfernet wären, denn zuvor, doch konnte man die Wortedeutlich unterscheiden:

Die Nacht ist alt, des breiten Rheines BrustErglänzt von Sternen, die noch immer LustZu schlummern haben und mit trunk'nen GähnenIn seinem Bett sich stets von Neuem dehnen.

Kein Strahl des Lichts läßt sich vom Morgen schauen,

Lus Höhen selbst beginnt's noch nicht zu grauen.

Doch eine Stimme schwebt auf dieser Fluth,

Der ernste, stille Ruf »ach Blut um Blut;

Jetzt harren wir auf deines Munds Befehle,

Das sich dem Wort die ernste Thal vermähle.

Der Chor erwiderte, vermehrt mit vielen neuen Stimmen:

Zum Gericht dann auf, ihr Brüder!

Schließt der Tag die Augenlieder,

Gilt's zu wachen immerdar.

Schlaf und Rache will nicht taugen.

Offen sind der Rache Augen,

Nacht und Rache sind ein Paar.

Die Beschaffenheit der Verse führten Philipsvn bald zuder Ueberzeugung, daß er vor den Eingeweihten oder Wissen-den stand , wie man die berühmten Richter des geheimen Ge-richts benannte, welches zu dieser Zeit in Schwaben, Frankenund anderen Gegenden des östlichen Deutschlands noch fort-bestand. Man hieß diese Länder vielleicht wegen der furchtba-ren und häusige» Hinrichtungen, die auf Befehl der unsichtbarenRichter darin vorkamen, die rvthe Erde. Philipsvn hatte oftgehört, daß der Sitz eines Freigrafen oder Oberhauptes deSgeheimen Gerichts, insgeheim sogar auf dem linken Rhein-ufer aufgerichlet wäre und daß sich dasselbe sogar im Elsaß