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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
176
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wirthung zufrieden wäre». Indessen that er es in so gleich-gültiger Weise und schien sich so bewußt, er verdiene die be-jahende Antwort, die ihm einstimmig zu Theil wurde, daßman deutlich sah, wie wenig eigentliche Demuth hinter derFrage versteckt lag. Der alte Mann, Thimvtheus, schrieb denBetrag der Zeche auf daS Untertheil eines hölzernen Tellersund zeigte die Einzelnheiten derselben in gewissen verabredetenHieroglyphen an; auf einem andern machte er die Verthei-lung der ganzen Summe unter der Gesellschaft und ging danndaran, den Antheil eines jeden einzufvrdern. Als der ver-hängnißvolle Teller, in welchen jeder Mann sein Geld nie-derlegte, dem fröhlichen Mönch nahe kam, schien er etwasdie Farbe zu wechseln. Er warf einen kläglichen Blick aufPhilipson, als den einzigen, von dem er hoffen konnte erlöstzu werden; und unser Kaufmann, obgleich unzufrieden überdie Art, wie er sich seinem Vertrauen entzogen, wollte dochin einem fremden Lande eine kleine Ausgabe nicht scheuen,und sich eine Bekanntschaft zu unterhalten, die der Zufallnützlich machen konnte. Er bezahlte die Zeche des Bettel-mönchs wie seine eigene. Der gute Mann stattete seinenDank mit vielen Segenswünschen in gutem Deutsch und schlech-tem Latein ab, aber der Wirth unterbrach ihn kurz. Ernäherte sich Philipson mit einem Licht in der Hand und botseine eigenen Dienste an, um ihm zu zeigen, wo er schlafenkönnte. Ja, er hatte sogar die Herablassung, sein Felleisenoder seinen Mantelsack mit höchst eigenen Händen zu tragen.

Ihr macht Euch zu viel Mühe, mein Wirth," sagte derKaufmann, etwas überrascht von dem Wechsel im Betragendes Johann Mengs, der ihm bis daher bei jedem Wort wider-sprochen.