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18 (1851) Anna von Geierstein
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Zeche. Alle bezahlen gleichen Antheil daran, ohne Rücksichtauf die Menge von Wein, die einer mehr als der anderegenossen haben mag, und so zahlt der Kranke und Schwäch-liche, ja Las Weib und Las Kind so viel, als der hungrigeBauer und herumziehende Lanzknecht."

Das scheint mir eine unbillige Silke," sagte Philipson;aber ein Reisender hat darüber kein Urtheil zu fällen. Wennalso eine Rechnung gefordert wird, zahlt Jedermann gleich,soviel ich verstehe?"

Das ist die Regel," sagte der Mönch,ausgenommenist vielleicht nur ein armer Bruder unseres Ordens, den dieMutter Gottes und der heilige Franz zu einem solchen Vor-gang führen, damit gute Christen ihm ihre Almosen geben,und so einen Schritt auf ihrem Wege zum Himmel vorwärtsthun."

Die ersten Worte dieser Anrede wurden offen und freigesprochen, wie der Mönch das Gespräch begonnen hatte;der letzte Satz verschwamm in den kläglichen, seinem Standeangehörigen Tone, der den Bettelgenvssenschaften eigen ist,und belehrte Philipson auf einmal, welchen Preis er für desMönches Rath und Vermittlung bezahlen sollte. Nachdemer so die Sitte des Landes besprochen, machte sich der guteVater Gratian daran, sie mit seinem eigenen Beispiele zubeleuchten. Cr hatte gar nichts gegen eine neue Tracht Wein,wegen der Stärke desselben und schien sehr geneigt, sich unterein paar rüstigen Zechern hervvrzuthun, welche aussahen, alswären sie entschlossen, ihre Zeche bis auf den letzten Pfennigabzuverdienen. Der gute Wein that auch allmäblig seineWirkung, und selbst des WirthS mürrische und häßliche Zügewurden milder. Er lächelte, da er sah, daß die zündendeFlamme der Fröhlichkeit einen nach dem andern ergriff, und