wurde Jedermann bei dem Umlauf angeboten. Blutwürste,geräuchert Fleisch, getrocknete Fische, machten ebenfalls dieRunde. Verschiedenes Eingemachte, das man Botargo, Ca-viar und so fort nannte, und das aus einer Mischung vonFischrogen mit Gewürzen und dergleichen Zuthaten bestand,war darauf berechnet, Durst zu erwecken und zu wackeremTrinken anzuregen. Flaschen mit Wein begleiteten dieseLeckerbissen. Das Getränk übertraf an Geschmack und Stärkeden gewöhnlichen Wein, der einen so großen Streit veran-laßt hatte, so weit, er war so berauschend, feurig und stark,daß Philipso» trotz der Vorwürfe, die il-m sein Tadel schonzugezogen, etwas kaltes Wasser zu fordern wagte, um es zuverdünnen.
„Ihr seid sehr schwer zufrieden zu stellen, Herr Gast,"erwiederte der Wirth und warf abermals einen finstern undunwilligen Blick auf den Engländer; „wenn Ihr den Wein>n meinem Hause zu stark findet, so braucht Ihr, seine Stärkezu mindern, nur weniger zu trinken. Es ist uns gleichgültig,ob Ihr trinkt oder nicht; Ihr bezahlt in diesem Fall blos bisZeche der guten Gesellen, die solches lhun." Und er schlugein rauhes Gelächter auf.
Philipson wollte eben darauf antworten; aber der Mönchbehielt seine Rolle als Vermittler bei, zupfte ihn am Mantelund bat ihn, es zu unterlassen. „Ihr versteht die Art undWeife dieses Orts nicht," sagte er; „es ist hier nicht wie inden englischen und franzost-chen Gasthäusern, wo jeder Gastfordert, was er will, und nicht mehr. Hier geht Alles nacheinem ausgedehnten Grundsatz der Gleichheit und Brüder-lichkeit. Keiner verlangt etwas besonders; sondern, was derWirth für hinreichend hält, wird Allen ohne Unterschied vor-gesetzt. Und wie mit der Bewirthung, so ist es auch mit der