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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
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Ja," versetzte der Diener kurz und wollte sich schon wie-der von dem Fenster entfernen, als der Reisende hinzusetzte:

Und wenn das ist, kann ich hier übernachten?"

Ihr könnt hereinkommen," war die kurze und trockeneAntwort.

Schicket Jemand heraus, der mir die Pferde abnimmt,"entgegnete Philipson.

Es hat Niemand Zeit," antwortete dieser abstoßendstealler Aufwärter.Ihr müßt Euren Pferden selbst eine Streuzurecht machen, so gut Ihr könnt."

Wo ist der Stall?" sagte der Kaufmann, dessen Klug-heit und Mäßigung dieser acht holländischen Gleichgültigkeitund Trägheit gegenüber auf einer harten Probe stand.

Der Bursche, der so sparsam mit Worten zu sein schien,als ob er mit jedem derselben einen Dukaten verlöre, wie diePrinzessin im Fcenmärchen, wies blos auf eine Thüre ineinem Außengebäude, die eher zu einem Keller als zu einemStalle zu führen schien. Dann zog er, als wäre er des Ge-sprächs müde, den Kopf hinein und warf das Fenster demGaste gerade vor der Nase zu, wie wenn er es mit einemzudringlichen Bettler zu thun gehabt hätte.

Philipson fluchte über den Geist der Unabhängigkeit, wel-cher einen Reisenden seinen eigenen Hilfsquellen und Anstren-gungen überließ, machte aber aus der Nvth eine Tugend undführte die zwei Klepper der Thüre zu, die man ihm als diedes Stalls bezeichnet. Er war herzlich erfreut, als er durchdie Spalte derselben Licht schimmern sah, und trat mit denThieren in einen Raum ein, der sehr viel Aehnlichkeit mitdem Kerkergewölbe eines alten Schlosses hatte und in roherWeise mit Raufen und Krippen versehen war. Er dehntesich beträchtlich in die Länge und am untern Ende beschäftig-