Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
135
Einzelbild herunterladen
 

Anna's von Geierstein sowohl, als die auffallenden Umstände,unter welchen sie sich gezeigt, hatten ihn allerdings diesenMorgen hauptsächlich beschäftigt, aber alles andere wurdejetzt aus ^seiner Seele durch den vorherrschenden Gedankendaran verdrängt, daß er im Begriff stand, sich in einemAugenblick der Gefabr von einem Vater trennen zu müssen,der seine höchste Achtung und seine zärtlichste Zuneigung sowohl verdiente.

Mittlerweile trocknete der Vater die Thräne vom Auge,welche sein ergebener Slmcismus nicht hatte unterdrückenkönnen. Er rief, wie wen» er besorgt wäre, die Nachgiebig-keit gegen seine väterliche Liebe möchte seinen Entschluß ent-kräften, dem ferneren Bartbolomä zu und fragte ibn, wieweit sie noch von der Kapelle zur Fabre entfernt seien.

Wenig mehr als eine halbe Stunde," war die Ant-wort. Als der Engländer sich noch weiter erkundigte, warumjene errichtet worden wäre, erhielt er de» Bescheid, ei» alterFährmann und Fischer, Namens Hans, kabe lange an die-sem Orte gewohnt und seinen knappen Unterbalt dadurch ge-wonnen, daß er Reisende und Kanflente von einem Flußuferzum andern geschafft DaS Unglück habe aber gewollt, daßer zuerst einen und dann einen zweiten Nachen in dem tiefenund mächtigen Strome verloren, und die Furcht, die denReisende» solche wiederholte Unfälle eingeflößt, habe seinGewerbe unsicher zu machen angesangen. Da aber der alteMann ein guter Katholik gewesen, so sei er durch sein Miß-geschick frommer geworden. Er begann nun auf sein frühe-res Leben zurückznblicken und zu erwägen, durch welche Sün-den er das Unheil verdient habe, welches den Abend seinesLebens trübte Sein Gewissen wurde hauptsächlich durch dieErinnerung daran beunruhigt, daß er einmal, da die Fahrt