Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
126
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Freund Bartholomä," entgegnete Philipson;ich habenoch nichts von dem Heiligthum gehört, das du mir anem-fiehlst; und da mein Geschäft Eile hat, so wäre es wohl besserfür micli, zu gelegnerer Zeit eine Wallfahrt hieher zu machenund meine Ehrerbietung zu beweisen, als jetzt meine Reifezu verzögern, DieS werde ick, so Gott will, nicht unterlassenund man kann mich also für entschuldigt batten, wenn ichmeine Andacht verschiebe, bis ich sie mit mehr Ehrfurcht undMuße verrichten kann/'

Werdet nicht böse," versetzte der Führer,wenn ich sage.Laß Euer Benehmen in dieser Sache dem eines Narren gleicht,der an der Straße einen Schatz findet, es aber unterläßt, ihneinzustecken und mitzunehmen, weil er vorhat, an einem ande-ren Tage weit her, ausdrücklich seinetwegen, wieder dahinzurückzukehren und ihn zu holen,"

Philipson war etwas erstaunt über die Hartnäckigkeit desMenschen und wollte eine hastige und zornige Antwort geben,wurde aber dann durch das Herbcikommen dreier Fremdenverhindert, die eilig hinter ihnen herritten.

Das vorderste von ihnen war ein junges Frauenzimmerin sehr geschmackvoller Kleidung. Sie ritt auf einem spani-schen Zelter und lenkte ihn mit besonderer Anmuth und Ge-schicklichkeit- An der rechten Hand hatte sie einen Handschuh,wie die, welche bestimmt waren, den Falken zu tragen, undauf demselben saß ein Lerchenhabicht. Eine Jagdmütze be-deckte ihren Kopf, und nach einer häufig vorkommenden Sittedieser Zeit trug sie auf dem Gesicht eine Art von schwarzsei-denem Visier, welches ihre Züge völlig verdeckte. Trotz dieserVerkleidung sprang Arthur Philipson's Herz hoch bei der Er-scheinung der Fremden, denn er erkannte alsbald mit Sicherheitdie unvergleichliche Gestalt des Schweizermädchens, mit wel-