ich, bei Seiner Gnaden nicht den Glauben zu finden, den ichum meinet- und Euretwillen wünschte. Ohne dasselbe, undwenn ich blos als ein einfacher Reisender aufirete, kann ichnicht so viel auf mich nehmen, als mir möglich gewesen wäre,wenn ich mich auf die Personen hätte berufen können, derenAufträge ich zu besorgen halte."
„Nach diesem wichtigen Päckchen," sagte der Landam-mann, „soll auf's Sckiärfste gesucht und es soll Euch sorgfäl-tig wieder überliefert werden. Keiner von uns Schweizernkennt den Werth seines Inhalts, und wenn es einer unsererLeute in Händen hat, so wird er es natürlicherweise als Klei-nigkeiten zurückgeben, auf die er keinen Werth setzt."
Als er dieß gesagt, wurde an die Thür der Kapelle ge-klopft. Rudolph, welcher derselben am nächsten stand, be-sprach sich eine Weile mit denen draußen und bemerkte dannmit einem Läckeln, das er aber sogleich wieder unterdrückte,um den Laudammann nicht dadurch zu beleidigen. — Es istSigmund, der gute Junge. — Soll ich ihn zu unserer Be-rathung einlassen?"
„Zu was den armen einfältigen Burschen?" sagte seinVater mit bekümmerndem Lächeln.
„Ich will doch die Tbüre aufmacken," versetzte Philipson.„Er wünscht sehr hereinzukommen und vielleicht bringt erNeuigkeiten. Jcb habe wahrgenommcn, Landammann, daßder junge Mann, obgleich langsam im Begreifen und imAusdruck, feste Grundsätze und manchmal glückliche Ein-fälle hat"
Er ließ also Sigmund herein. Arnold Biedermannfühlte einerseils die Schmeichelei, die Philipson einem Knabengesagt, der gewiß der einfältigste in seiner Familie war undandererseits fürchtete er eine öffentliche Schaustellung der