Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
92
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dir, mir etwas vorzuschreibcn? Du bietest dein elendes Wortals Pfand an zwischen dem Herzog von Burgund und Archi-bald vonHagenbach? Wisse, daß Ihr gar nicht nach Burgundgehen werdet, außer etwa mit Fesseln an den Händen undStricke um die Hälse. Auf, Burgund zur Rettung!"

Kaum hatte er dies ausgesprochen, so zeigten sich dieSoldner von hinten und rund um den engen Raum, aufdem sich die Schweizer aufaest-llt hatten. Die Zinnen derStadt wurden von Männern besetzt, andere erschienen an denThiiren jedes Hauses in der Straße zum Ausfall bereit undwieder andere an den Fenstern zum Schießen mit Feuerge-wclne» sowohl als mit Bögen und mit Armbrüsten gerüstet.Auch die Söldner, welche die Wagenburg vertheidigten, er-hoben sich und schienen den Durchgang vorn streitig machenzu wollen. Der kleine Hanfe, umringt und durch die Zahlüberwältiat, aber weder erschreckt noch enlmutbigt, ergriff dieWaffen, Das Mitkeltreffm unter dem Landamman bereitetesich, durch die Wagenburg eine Balm zu brechen. Die zweiSeitenlinien stellten sich Rücken an Rücken, um denen dieStraße streitig zu macken, welche ans den Häusern Hervor-brechen sollten. Es konnte nickt fetten, viel Blut mußtefließen, keine geringe Arbeit mußte eS werden, bisselbsteinefünfmal stärkere Anzahl diese Handvotl entschlossener Männerbezwang. Herr Arckibald mochte dies vielleicht einsehen, denner verschob es noch, das Zeichen zum Angriff zu geben, alsplötzlich von hinten ein Geschrei entstand:Verrälherei!

Verrätherci!"

Ein Soldat, mit Schmutz bedeckt, stürzte vor den Statt-halter und sagte in eiligen Worten, daß er, bei einem Ver-such, einen Gefangenen anfznhalten, der vor Kurzem ent-flohen sei, von den Bürgern ergriffen und beinahe im Gra-