Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

66

raschte ihn jedoch nicht zu sehr, denn er begriff, daß sie, wennsie zugemacht war, nickt von den Schränken unterschieden wer-den konnte, da ihr Aeußeres mit dem der Letzteren überein-stimmte und diese um den Eingang herstanden, dessen sie sichbedient hatten, eine Einrichtung, die damals manchmal ange-troffen wurde und heutzutage sehr häufig zu sehen ist. Jetztbatte er den vollständigen Anblick seines Befreiers. Derselbetrug blos die Gewänder und Züge eines Geistlichen, ohne denAusdruck übernatürlicher Schauerlichkeit, welchen ihm die un-vollständige Beleuchtung, in Verbindung mit dem düsterenAussehen von Allem in dem Verließ, verliehen hatte.

Der junge Philipsvn atkmete wieder freier und wie einerden man aus einem häßlichen Traum erweckt; die übernatür-lichen Eigenschaften, mit welchen seine Einbildungskraft Annavon Geierstein ausgestattet hatte, fingen an zu verschwindenund er redete seinen Befreier also an:

Damit ich meinen Dank aussprechen kann, ehrwürdigerVater, wo ich so besonders Veranlassung dazu habe, laßt michEuch fragen, ob Anna von Geierstein"

Sprich von dem, was dein Haus und deine Familiebetrifft," antwortete der Priester so kurz wie früher.Hastdu deines Vaters Gefahr so bald vergessen?"

Beim Himmel, nein!" versetzte der Jüngling;sagtmir nur was ich für seine Befreiung zu thun habe und Ihrsollt sehen, wie ein Sohn für einen Vater streiten kann."

Das ist gut, denn es ist nvthwendig," sagte der Prie-ster;ziehe diese Kleider an und folge mir,"

Damit reichte er ihm die Kutte und Kappe der Novizenund fuhr fort:

Zieh' die Kappe über dein Gesicht und gib Niemandeine Antwort, wer dir begegnet. Ich werde sagen, du stehest