noch befestigt durch ihr plötzliches Erscheinen an einem Ortund unter Verhältnissen, in denen man sie so wenig erwarte»konnte. Es blieb ilnn indessen nicht viel Zeit, um über ihrAussehen oder ihr Betragen nachznsinnen, denn sie stieg dieTreppe leichteren Schrittes hinauf, als daß er ihr in diesemAugenblick auf der Ferse hätte folgen können, und war nichtmehr zu sehen als er den Absatz erreichte. Ob sie aber indie Luft zerschmolzen oder sich seitwärts in einen anderenGang gewendet hatte, ward ihm nicht ein Augenblick zu un-tersuchen Muße gelassen.
„Hier ist Euer Weg," sprach sein schwarzer Führer. Zu-gleich löschte er das Licht aus, ergriff Philipson am Arm undführte ihn durch einen dunkeln Gang von beträchtlicher Länge.Der junge Mann war einen Augenblick nicht ohne schlimmeAdnungen, denn er dachte an die unheilweiffagenden Blickeseines Führers und Laß derselbe mit einem Dolch oder Mes-ser bewaffnet war, den er ihm ans einmal ins Herz stoßenkonnte. Aber er vermochte es doch nicht über sich, Verrathvon Einem zu fürchten, den er in der Gesellschaft Anna's vonGeierstein gesehen. Sr bat ihr in seinem Herzen die Furchtab, welche darüber hingezogen war und unterwarf sich derLeitung seines Begleiters, der mit hastigen aber leichtenSchritte» weiter ging und ihm zuflüsterte, dasselbe zu thun-„Hier ist unser Weg zu Ende," sagte er endlich.
Als er dies sagte, ging eine Thüre auf und sie tratenin ein düsteres gvthisches Gemach, in welchem große, eicheneSchränke, augenscheinlich mit Büchern und Handschriften ge-füllt, standen. Als Arthur um sich blickte, die Angen geblen-det durch den plötzlichen Schimmer des Tageslichts, von wel-chem er einige Zeit ausgeschlossen gewesen war, verschwanddie Thüre, durch welche sie eingetreten waren. Dies über-Anna v. Geierstein II. 5