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18 (1851) Anna von Geierstein
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unter einem Gelübde. Möge der Himmel dem nichtswürdi-gcn Tyrannen vergeben, der uns in die Nothwendigkeit »er-setzt, zu solcher Verstellung unsere Zuflucht zu nehmen. Folgemir ganz nahe und hüte dich zu sprechen!"

Dis Verkleidung war bald vollendet, der Pfarrer vonSt. Paul, denn dieser war es, ging voran und Arthur folgteeinen oder zwei Schritte hinter ihm. Dabei nahm er, so guter konnte, den bescheidenen Gang und das demüthige Weseneines geistlichen Novizen an. Sie verließen die Bibliothekoder das Studirzimmer, stiegen eine kurze Treppe hinunterund standen auf der Straße von La Ferette. Der junge Mannkonnte der Versuchung, zurückzuschauen, nicht widerstehen, hattejedoch blos Zeit zu sehen, daß das Haus, welches sie verkästen,ein sehr kleines Gebäude in gothischem Geschmack war. Aufder einen Seite desselben erhob sich die St. Paulskirche undauf der andern das finstere schwarze Thorgebäude oder derEingangsthurm.

Folge mir, Melchior," sprach der Priester mit seinertiefe» Stimme und seine durchdringenden Augen hafteten dabeiauf dem unterschobenen Novizen, mit einem Ausdruck, derdiesen augenblicklich wieder zum Gefühl seiner Pflicht zurück-brachte.

Sie gingen weiter und Niemand achtete auf sie, außerdaß man den Priester mit schweigender Verbeugung grüßteoder Worte der Begrüßung murmelte, bis der Führer, alssie nahezu die Mitte des Städtchens erreicht, auf einmal vonder Straße ablenkte und nordwärts durch ein kurzes Gäßchenschritt. Hier kamen sie an eine Treppenflucht, welche wie inbefestigten Städten, gewöhnlich zu einem Spaziergang hinterder Brustwehre leitete. Diese war von der alten gothischen

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