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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
63
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konnte, die er nie zu vergessen vermochte, obgleich er sie jetztunter Umständen erblickte, wie er es am wenigsten hätte er-warten können. Des Gefangenen unaussprechliches Erstaunenbewirkte in ihm eine solche Ehrfurcht, Laß sie seinen persön-lichen Schrecken überwältigteKann cs sein?" murmelteer;hat sic wirklich die Gewalt eines Elementargeistes? hatsie diesen menschenähnlichen und dunkeln Geist heraus be-schworen, um mit ihr für meine Befreiung zu wirken?"

Es schien, als ob seine Bermuthung richtig wäre, denndie Person in Schwarz gab das Licht Annen von Geiersteinoder wenigstens der Gestalt, die mit dieser vollkommeneAehnlichkeit besaß, beugte sich über den Gefangenen undschnitt den Strick, der seine Arme gefesselt hielt, mit solcherGeschwindigkeit durch, daß man hätte meinen können, er falledurch ihre Berührung von ihm ab. Arthur's erster Versuchaufzustehen war ohne Erfolg und zum zweitenmal war es dieHand Anna's von Geierstein die Hand einer Lebenden,dem Gefühl und dem Gesicht bemerklich die ihm aufstehenhalf und ihn stützte, wie sie es früher gethan, als die Ge-wässer des Waldstroms zu ihren Füßen donnerten. Ihre Be-rührung brachte eine Wirkung hervor, die weit über den leich-ten Beistand hinausging, welchen die Stärke des Mädchenshätte gewähren können. Der Muth kehrte in sein Herz, Kraftund Leben in seine erstarrten und zerschlagenen Glieder zurück,solchen Einfluß hat der menschliche Geist, wenn er zur Thä-tigkeit aufgeregt wird, auf die Schwächen des menschlichenKörpers. Er wollte eben Anna mit dem Ausdruck der innig-sten Dankbarkeit anreden, aber die Worte erstürben ihm aufder Zunge, als das geheimnißvolle Frauenzimmer den Fingeran die Lippen legte, ihm ein Zeichen zu schweigen machte undHm winkte, ihr zu folgen. Er gehorchte in schweigendem