„Zum Henker! vorwärts schreiten mit verschlossenem, abervorsichtigem Schritt," erwiederte der listige Kilian. „Es istungeschickt, daß all' die Bursche das Päckchen sehen und dieBerufung jenes eisennervigen Krämers mit anhdren mußten.Aber dieser»Unfall hat uns nun betroffen, und da das Päck-chen in Eurer Eicellenz Händen gewesen ist, so wird manglauben, Ihr habet die Siegel daran erbrochen. Ja, wennIhr sie so unverletzt lasset, wie sie in dem Augenblick waren,da sie aufgedrückt wurden, so wird man eben vermulhen, sieseien ans eine sinnreiche Art wieder ersetzt worden. Laßtuns sehen, was darin ist, ehe wir entscheiden, was damitanzufangen sei. Es muß einen seltenen Werth haben,da der grobe Kaufmann es zufrieden gewesen wäre, dieganze reiche Waarenladung seines Maulthiers dahinten zulassen, sofern dieses kostbare Päckchen ununtersucht durch-gelassen würde."
„Es könnten Papiere über Staatsangelegenheiten sein.Viele solche und von hoher Wichtigkeit gehen ins Geheimezwischen Eduard von England und unserem kühnen Herzoghin. und her," war die Antwort des Hagenbachers.
„Wenn es Papiere sind von Bedeutung für den Herzog,"erwiederte Kilian, „so können wir sic nach Dijon befördern.— Oder sie könnten auch von der Art sein, daß Ludwig vonFrankreich sie mit Gold aufwäge» würde."
„Schäme dich, Kilian," versetzte der Ritter; „wolltest du,daß ich die Geheimnisse meines Herrn an den König vonFrankreich verriethe? Eher wollte ich mein Haupt auf denBlock legen."
„Wirklich? Und doch trägt Eure Epcellenz kein Beden-ken" —
Hier hielt der Knappe inne, augenscheinlich aus Furcht,