Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

den von dem sich dev Vertraulichkeit nähernden Tone, in wel-chem er mit seinem Herrn unter vier Augen verkehrte.Wirhielten nicht für gut, diese beiden Fremden bewaffnet in Eurerhuldreichen Gegenwart erscheinen zu lassen; und als wir vonihnen verlangten, sie sollen am Thvre ihre Wehren abgeben,wie es Sitte der Besatzung ist, ließ sich der junge Mensch dabeigehen, Widerstand zu leisten. Ich muß aber zugestehen,Laß er seine Waffe auf Befehl seines Vaters auslieferte."

Das ist nicht wahr!" rief der junge Philipson; gehorchteaber alsbald, als ihm sein Vater ein Zeichen gab, stille zu sein.

Edler Herr," sagte der ältere Philipson,wir sind Fremdeund nicht bekannt mit den Vorschriften in dieser Festung; wirsind Engländer und nicht gewohnt, uns persönlicher Mißhand-lung zu unterwerfen; wir hegen das Vertrauen, Ihr werdetuns deßhalb für entschuldigt halten, da wir uns ohne alleAngabe der Ursache und ohne zu wissen, von wem, auf grobeWeise angefalle» sahen. Mein Sohn ist jung und unbesonnenund zog seine Waffe theilweise heraus, ließ aber auf meinGeheiß davon ab. Cr hatte sein Schwert nicht völlig entblößt,noch weniger einen Hieb geführt. Ich selbst bin ein Kauf-mann und gewohnt, mich den Gesetzen und Gebräuchen derLänder zu unterziehen, in welchen ich meinen Handel treibe;ich befinde mich auf dem Gebiet des Herzogs von Burgundund weiß, daß seine Gesetze und Gebräuche gerecht und billigsein müssen. Er ist der mächtige und treue Verbündete vonEngland und ich fürchte Nichts, so lange ich unter seinerFahne bin."

Hem! Hem!" entgegnete von Hagcnbach, etwas aus derFassung gebracht durch des Engländers Ruhe. Vielleicht dachteer auch daran, daß Karl von Burgund, wenn seine Leiden-schaften nicht geweckt wurden (wie es der Fall war, wenn er