läugne ich nicht," versetzte der Hagenbacher. „Aber es kannnicht sein, ich glaube, es kann nicht sein, daß ich so Vielehabe unibringen lassen, da edles Blut ini Lande so seltenwird und übermüthige Bauern den Herrn spielen über Ritterund Barone."
„Ich will meinem gnädigen Herrn die Kranken, die ichkurirt, mit Namen und Titel hersagcn," sagte Franz und zogeine Pergamenirvlle hervor und las mit fortlaufenden Be-merkungen, — „Da war Gras Wilhelm von Elverscbuh, erwar mein Meisterstück, ein freundlicher Jüngling und starbganz wie ein Christ."
„Ich erinnere mich — es war gewiß ein hübscher Jungeund er machte meiner Herrin den Hof," sagte Herr Archibald.
„Er starb am Tage Juda, im Jahr der Gnade 1455,"sagte der Scharfrichter.
„Weiter, bloß Namen, kein Datum," sagte der Statt-halter.
„Herr Miles von Steckenburg." —
„Er trieb mein Vieh weg," bemerkte der gnädige Herr.
„Herr Ludwig von Riesenfeld," fuhr der Scharfrichter fort-
„Er liebelte mit meinem Weib," erläuterte der Statt-halter-
„Die drei Junker von Lämmerburg — Ihr machtet ihrenVater, den Grafen, an einem Tage kinderlos."
„Und er machte euch güterlvs," sagte Herr Archibald, „soist die Rechnung richtig. — Du brauchst nicht weiter zu lesen,"fuhr er fort, „ich gebe zu, daß du deine Liste i» der Ordnunghältst; aber sie ist mit fast allzurothen Buchstaben geschrieben.Ich hatte diese drei jungen Edellcute bloß für eine Hinrich-tung gezählt."
„Da habt Ihr mir großes Unrecht gethan," sagte Franz,