Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

von meinem Stand sein schreckliches Geschäft an neun Män-nern von edler Geburt versieht und mit dem nämlichen Schwertund mit einem einzigen Hieb für jeden Miffethäter, hat erda nicht ein Anrecht auf Freiheit von Abgaben und den Adeldurch eine Urkunde?"

So spricht das Gesetz," sagte Herr Archibald, nach kur-zem Bedenken,aber mehr im Spott, als im Ernst, sollteich meinen, da man noch Keinen fand, der Ansprüche auf dieWohlthat desselben erhob."

Desto größere Ehre für den," sagte der Gcsetzvollstrecker,welcher der erste sein wird, die Ehre» in Anspruch zu nehmen,die man einem scharfen Schwert und einem sauber» Streichschuldig ist. Ich, Franz Steinernherz, werde der erste Adeligemeines Standes sein, sobald ich noch einen Reichsritker ab-gefertigt habe."

Du bist immer in meinem Dienst gewesen, nicht wahr?"fragte der Hagenbach.

Unter welch' anderem Herrn," erwiederte der Scharf-richter,hätte ich mich so beständiger Uebung zu erfreuen ge-habt? Ich habe Eure Sprüche an verurtheilten Sündernausgeübt, seit ich eine Peitsche schwingen, eine Brechstangeheben oder diese zuverlässige Waffe schwingen konnte. Undwer kann sagen, ich habe je beim ersten Streich gefehlt odereinen zweiten versetzen müssen? Tristran de l'Hopital, PetitAndre- und Trois Echclles sind mit mir verglichen Stümperim Gebrauch des edlen und ritterlichen Sckwcrts. Wahrhaf-tig, ich würde mich schämen, wenn ich mich in der Handha-bung von Strick und Dolch mit ihnen messen sollte; dies sindkeine Geschäfte, die eines christlichen Mannes würdig sind,der zu Ehre» und Adel aufstrebt."

Du bist ein Kerl von ausgezeichneter Geschicklichkeit, das