23
der Erscheinung dieses Mannes unter die Waffen und stelltestch auf wie eine Wache, die einen Offizier von Bedeutungmit militärischen Ehrenbezeugungen empfängt. Archibald vonHagcnbachs Aussehen, denn es war der Statthalter selbst,sprach taS Gedrückte, Grämliche und die üble Stimmung aus,welche den Morgenstunden eines siechen Wüstlings eigenthüm-lich sind. Sein Kopf pochte, sein Puls fieberte und seineWange war blaß, — Zeichen, daß er die letzte Nacht, wiegewöhnlich, unter Weinflaschen zugebracht hatte. Nach derHast, mit der seine Söldner sich in Reihe und Glied stelltenund nach der Ehrfurcht und dem Schweigen, welches unterihnen herrschte, zu schließen, schien es, als wären sie an seineüble Laune bei solchen Gelegenheiten gewöhnt. Er warf ihneneinen forschenden und unzufriedenen Blick zu, als wenn erEtwas suchte, an dem er seine Unlust auslaffen könnte undfragte dann nach dem „faulen Hund Kilian."
Kilian erschien augenblicklich, ein derber Reisiger mitgroben Gesichtszügen, ein Baier von Geburt und dem Rangnach der Schildknappe des Vogts.
„Was Neues von den Schweizer Bauern, Kilian?" fragteArchibald von Hagenbach. „Sie sollten nach ihren Gewohn-heiten schon seit zwei Stunden nnterwege fein. Habe» dieLümmel sich unterstanden, die Sitten der Herren nachznäffenund bis zum Hahnenschrei bei den Flaschen gesteckt?"
„Meiner Treu, das kann sein," antwortete Kilian; „dieBürger von Basel haben ihnen Mittel genug zu einem Ge-lage gegeben."
„Wie, Kilian? — Sie wagten dock nicht, den SchweizerOchsenhirten Gastfreundschaft anzubieten, nachdem wir ihneneine Aufforderung zum Gegentheil geschickt?"
„Nun, die Basler »ahmen sie nicht in die Stadt auf,"